Guggenheim Museum

Helsinki (Finland)/2014

Neuerungen in der kulturellen und künstlerischen Produktion entstehen oftmals in der Off-Szene, in den (noch) nicht institutionalisierten Bereichen im Umfeld der etablierten Kulturinstitutionen. Museen und ihre Gebäude tragen eher seltener zur Herausbildung neuer Trends bei. Die Qualität eines Museums für moderne und zeitgenössische Kunst wird allerdings oft daran gemessen, wie schnell es neue Trends von außen integrieren kann, ohne seine institutionelle Identität zu verlieren. Helsinki5, das neue Guggenheim Museum für Helsinki, ermöglicht dem Museum durch sein Gebäude und sein museales Konzept eine institutionelle Identität, die auf dem Austausch mit seiner unmittelbaren und weiteren Umgebung basiert, auf dem Austausch mit lokalen Künstlern und dem internationalen Kunstmarkt. Das Museumskonzept folgt der Prämisse, ein öffentliches Haus zu schaffen, das die Grenzen der modernen und zeitgenössischen Kunst überwindet, indem es Kunst, Raum, Architektur und Besucher als eine Einheit denkt. Architektur und Ausstellungskonzept wachsen zusammen, offerieren verschiedene Möglichkeiten der Interpretation der Architektur und der Nutzung ihrer Räume. Helsinki5 schlägt vor, das Museum als eine mehr oder minder lineare Abfolge neutraler Räume zu überdenken. Es stärkt stattdessen die vertikale Ebene, die Innen und Außen, Galerieräume, Museumspädagogik, Veranstaltungsräume und Entspannungszonen miteinander verbindet.