Gedenkort Breitscheidplatz

Berlin/2017

Der 19. Dezember 2016 teilt das Leben vieler Menschen in ein Davor und ein Danach. Zwölf Menschen haben an diesem Tag ihr Leben verloren. Mehr als 60 Menschen wurden teils schwer verletzt. Für ihre Angehörigen hat dieser Tag traumatische Bedeutung. Auch im kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft hat sich dieser Tag eingebrannt. Der Anschlag fordert die Offenheit und Toleranz der Gesellschaft heraus. Der unvermittelte „Riss“, der sich durch dieses Ereignis im Alltag vieler Menschen und in der Gesellschaft aufgetan hat, ist das Leitmotiv für die Gestaltung des Gedenkortes. Der Riss durch den Breitscheidplatz verankert die Wunde des 19. Dezember 2016 dauerhaft und sichtbar im Stadtbild. Der Riss wird vor Ort mit einer Legierung aus Halbedelmetallen und Gold analog dem Kintsugi-Verfahren geschlossen und bildet ein sichtbares Zeichen der Unvergänglichkeit. Das Gold korrodiert nicht. Die rituelle Bedeutung des Goldes überschreitet die Grenzen von Ländern und Religionen.

Die Namen der Opfer sind beidseitig des Risses in die Setzstufen tief eingelassen. Sie sind für immer in diesen Ort eingeschrieben. Die Anordnung der Namen ist der Ordnung des Alphabets überlassen. Die Schrift nimmt durch ihre Fragmentierung das Wesen des Risses auf. Sie symbolisiert gleichzeitig Einschnitt und Fortführung, Bruch und Ganzheit.